Flashback

Als Kind habe ich meine Mutter nicht verstanden. Ich habe die gemachten Betten, die nach Weichspüler duftenden, weißen Gardinen und die fein säuberlich zusammengelegte Wäsche auf dem Maltisch in meinem Zimmer für selbstverständlich gehalten. Meine zwei Puppen und den Spielzeugstaubsauger, die kleine Kommode und das Plastikbügeleisen habe ich von meinem Vater geschenkt bekommen. Seine Arbeit hat damals einfach mehr Sinn ergeben. Davon konnte man sich schließlich etwas kaufen.

Das, was noch bleibt

von Victoria Grader „Soll ich mich zu dir setzen?“ Nora suchte den Blick des Kindes. Klara reagierte nicht, sondern starrte einfach weiter auf die Papiertüte in ihren Händen. Stumm fuhr sie die Kanten nach und faltete sie über den Rand der Stickerpackung. Das war ihr Geschenk. Zum Einkleben in das Sammelalbum. Jeden Tag schleppte sie…

Für immer halten

von Arina Molchan Gestern haben wir sie herausgezogen – die junge Frau aus dem Moor. Ihr Arm war in die Torfstechmaschine gekommen – man hatte die Knochen nicht knacken gehört, aber ihre gegerbten Finger auf dem Förderband zucken gesehen, bevor sie im Schlund des Hexlers verschwunden waren. Im Dorf sagten sie, dass sie dem alten…