Du sagst

von Arina Molchan Du sagst: „Ich unterstütze dich“ und gehst. Ich bleibe alleine auf der Terrasse zurück – über mir die Krähen, unter mir die Regenwürmer. Ich ziehe die Handschuhe an und wühle die schwarze Erde auf, während im Wohnzimmer blaues Licht flimmert. Ich höre von dir den ganzen Abend lang nichts, weil dort die…

Fremde Heimat

von Ina Nádasdy Wenn ich einmal die Stadt für immer verlassen müsste, würde ich am selben Tag alt … (Antal Szerb) Schon von weitem konnte er die drei Meter großen Buchstaben in sattem Dunkelblau sehen. Das Grundig-Emblem prangte an den Gläsern des Gleishallen-Giebels des Münchner Hauptbahnhofes. Konstantin konnte nie den Grund dafür benennen, aber diese…

Halt

von Verena Ullmann   Du rennst Durch die Stadt Hoch und runter Vor und zurück Rollt die Bierflasche In der U-Bahn Sie ist leer Nächster Halt Raus Du rennst Du suchst Du findest Eine Hand Um eine Bierflasche Sie ist voll Raus Du packst die Hand Und schreist: Mehr Spaß Woanders Schnell! Du rennst Durch…

Das Haus ohne Türen

von Arina Molchan Wir hatten schon von ihr geträumt, noch bevor sie den Weg zum Haus ohne Türen fand. Wir sahen sie kommen, in ihren staubigen Strohschuhen, mit ihren schwieligen Fußknöcheln – wie alle anderen herumziehenden Waisen vor ihr. Nur ein Weg führte zum Haus, vorbei an dem Feld, auf dem die Erde aufgeworfen war,…

Per|spect|ives

von Alexander Wachter Once I had a dream of me meeting that girl                                       Once I met that guy And talking to that girl and dating that girl            And I talked to him and dated him And kissing her very often.            And I kissed him all the time. I would go to the…