Herbstzeit

von Verena Ullmann Um drei Uhr Nachmittag schiebt der Herbst seine Wolken vor. Es ist zu hell, das Licht anzuknipsen, denke ich. Gerade dunkel genug für eine Kerze. Aber ich habe keine hier. Mit dem Klacken des Wasserkochers bläht sich die Stille in meiner Wohnung wieder zu alter Größe auf. In der Tasse warten eingerollte,…

Obdach

von Verena Ullmann Fünf Tage lang hatte ich mich eingesperrt – oder ausgesperrt, wie man es sehen mag – und mein Leben auf zwölf Quadratmeter reduziert. Ich versprach mir von der gewonnenen Überschaubarkeit, ganz pragmatisch, eine Vereinfachung meines Lebens. Was für eine naive Idee, denke ich mir inzwischen. Damals dachte ich nicht viel. Ich wollte…

Hinter der Tür

von Verena Ullmann Wäsche aufhängen hat irgendwie etwas Meditatives, denke ich mir. Herausfischen, ausschütteln, aufhängen. Herausfischen, ausschütteln, aufhängen. Herausfischen … Der Türgriff geht nach unten und ich erschrecke mich kurz. Trotz zahlreicher Nachbarn, die ja laut Klingelschild inzwischen hier wohnen müssten, bin ich hier unten noch nie jemandem begegnet. Ich möchte schon freundlich grüßen, da sehe…