Auffällig Unaufällig – ein Gemeinschaftsroman von Alexander Wachter, Annika Kemmeter, Arina Molchan, Ina Maschner, Lydia Wünsch, Nina Lischke, Verena Ullmann und Victoria Grader.
Ist dies dein erstes Kapitel von Auffällig Unauffällig? Dann starte am besten am Anfang: Auffällig Unauffällig – Prolog
Alex
„Na?“, fragte Alex und reichte Luisa sein Handy, auf dem Lydias Insta-Profil zu sehen war.
„Also, so hübsch finde ich sie jetzt nicht.“
„Was? Sie sieht doch fantastisch aus. Sieh dir doch mal diese langen Haare an und dann dieses süße Lächeln. Außerdem solltest du sie erst mal nackt sehen!“
„Nein danke.“ Luisa verzog angewidert das Gesicht und nippte an ihrem Gemüse-Smoothie. Alex scrollte derweil durch Lydias Profil. „Ich finde sie hat Ähnlichkeit mit Sophia“, sagte er.
„Überhaupt nicht! Sie sieht doch ganz anders aus. Sophia hatte einen viel dunkleren Teint. Das Mädel hier ist käseweiß und hat ein nichtssagendes Mondgesicht. Außerdem habe ich dich eigentlich zum Frühstücken eingeladen, weil ich wissen wollte, wie dein Abend in diesem komischen Tempel war. Stattdessen zeigst du mir Bilder von irgendeiner Tussi, die bestimmt eh wieder verheiratet ist.“
„Ist sie nicht!“ Alex grinste triumphierend.
„Na, dann hat sie einen Freund oder einen Stalker oder sonst irgendwas.“
„Nicht das ich wüsste.“ Alex biss in das noch warme Magerquark-Eiweißbrötchen, das Luisa für ihn gebacken hatte. „Aber das Scheidungsverfahren mit ihrem Mann ist wohl noch nicht ganz durch“, gab er kauend zu.
„Na, sag ich’s doch.“ Luisa rollte mit den Augen, während sie von ihrer Paprika abbiss. Alex konnte nicht verstehen, wie man so lange an einer einzigen Stange Paprika knabbern konnte und schaufelte sich mehr von dem Lachs-Rührei, das sie für ihn zubereitet hatte, auf die Gabel. „Und die hast du jetzt bei diesem Event im Tempel kennen gelernt, oder wie?“, fragte sie und legte die Paprikastange auf ihren Tellerrand.
„Hör mir bloß mit diesem Tempel auf!“ Alex schüttelte sich. „Das war der schlimmste Abend in meinem Leben!“ Er hoffte, dass Luisa nicht nachhaken würde.
„Ach was?“ Diesmal war es Luisa, die triumphierte. „Und wer hat es mal wieder gewusst?“
„Ist ja auch egal.“ Alex winkte ab. Viel wichtiger ist, was danach kam.“
„Lass mich raten, Lydia?“
„Genau.“
„Und das ist jetzt wie passiert?“
„Also, nach dieser Pleite im Tempel, bin ich am nächsten Tag in die Sauna gegangen. Ich musste mich einfach ein bisschen entspannen und wieder zur Ruhe kommen. Und da traf ich sie.“ Alex machte eine bedeutungsschwere Pause und sah Luisa erwartungsvoll an.
„Ich jubiliere innerlich“, antwortete sie trocken.
„Na gut, wir kennen uns noch nicht lange. Aber Lydia ist echt cool, glaub mir. Sie ist nicht in festen Händen, anders als Sophia, außerdem hat sie Kontakte zur High Society, sie war sogar einmal in der Bunte abgelichtet. Sie ist sowas wie die Addison Rae von München. Und ihr Ex ist niemand geringeres als Aeneas von Wahle .”
“Aeneas wer?”
“Von Wahle. Du weißt schon. Der Internet-Magnat. Man, ey, der Typ ist steinreich. Echt, ich verehre ihn. Und seine Ex-Frau ist an mir interessiert. Das bedeutet, ich bin mindesten so cool, wie er. Wenn nicht besser, immerhin sind die zwei nicht mehr zusammen.” Alex lehnte ich sich zufrieden zurück.
„Noch nie von den beiden gehört.“
„Ach komm schon, Luisa. Freu dich doch mit mir. Im Moment kann ich es echt brauchen, dass wieder einmal etwas Gute in meinem Leben passiert.“ Alex sah Luisa mit seinem Hundeblick an.
„Du weißt, dass ich dir alles Glück der Welt gönne, aber ich finde einfach, dass du dich immer viel zu schnell für etwas begeisterst. Du hast diese Lydia erst einmal gesehen. Warte doch erst mal ab, wie sich das entwickelt, bevor du wieder einen Haufen Geld ausgibst und am Ende enttäuscht wirst. So dicke hast du‘s nämlich grad nicht.“
Alex lehnte sich zurück und kaute beleidigt an seinem Brötchen.
„Naja, vielleicht ist diese Lydia ja ganz nett“, lenkte Luisa nach ein paar Minuten der Stille ein.
„Ist sie!“, sagte Alex und merkte selbst, dass er dabei ziemlich trotzig klang. Fast so, als wollte er sich selbst überzeugen. „Ich meine, du solltest sie erst mal kennen lernen, bevor du über sie urteilst. Gerade du findest bestimmt, dass man nicht immer nach dem Äußeren gehen darf.“
„Was?“ Luisa schluckte und stand unvermittelt auf.
„Also … ich meine … na ja, dass man eben nicht oberflächlich sein sollte.“ Alex schoss das Feuer ins Gesicht. Aber er konnte das einmal Gesagte nicht mehr zurücknehmen.
Luisa drehte ihm den Rücken zu und begann, in ihrer kleinen Küche herumzuhantieren. „Willst du noch einen Soja-Latte?“, fragt sie. Es sollte wohl unbefangen klingen. Alex kannte sie allerdings zu gut. Er ging zu ihr und legte seine Hand auf ihre Schulter. Luisa schob die Henkel ihrer Tassen in die gleiche Richtung, als würde diese Aufgabe sie gänzlich einnehmen.
„Jetzt hör doch mal auf mit dem Gekruschel und schau mich an“, bat Alex und drückte ihre Schulter.
„Dass du sowas zu mir sagst“, brachte sie mit gepresster Stimme hervor.
„Es tut mir leid. Du weißt doch, dass ich manchmal ein Idiot bin. Ich rede und rede … Du kennst mich. Ich meine es nie böse. Du bist doch meine beste Freundin. Ohne dich wüsste ich gar nicht, was ich täte.“ Jetzt war er es, der schlucken musste. „Und du weißt, dass keine Frau der Welt dich ersetzen kann. Du bist quasi wie eine Mutter oder große Schwester.“ Er kitzelte sie am Ohr. Luisa zog ihre Schulter nach oben.
„Lass das, du Blödie.“ Ihr Stimme klang halb erstickt.
„Jetzt komm, drück mich mal ganz fest und sagt mir, wie gerne du mich Blödie hast.“
„Nur, wenn ich nachher bei „Dirty Dancing“ mitsingen darf“, antwortete Luisa.
„Ach, ja“, Alex schlug sich an die Stirn. „Hab ja völlig vergessen, dass wir heute noch nen Film gucken wollten.“
„Was ist denn jetzt schon wieder dazwischengekommen? Musst du Lydia treffen?“
„Ne, muss heute Nachmittag zu meinen Eltern. Die wollen, dass ich mich mal wieder blicken lasse. Und nachdem mir gerade wirklich das Geld ausgeht, bleibt mir auch nichts anderes übrig“, sagte Alex zerknirscht.
„Denken sie etwa immer noch, dass du studierst?“ Luisa sah Alex streng an.
„Irgendwie schon.“
„Ach, Alex.“
„Na ja, sie haben mich nie danach gefragt“, beeilte er sich zu erwidern. „Ich meine … hätten sie mal sowas gesagt wie: ‚Lieber Alex, hast du dein Studium abgebrochen?‘ dann hätte ich ihnen natürlich die Wahrheit gesagt.“
Luisa schüttelte den Kopf. „Du bist wirklich unverbesserlich.“
***
Seltsam, dass ich mich im eigenen Elternhaus wie ein Fremder fühle, dachte Alex, während er sich bemühte, den Löffel zum Mund zu führen und nicht umgekehrt. Bis auf das Klappern des Bestecks auf dem teuren Porzellan und die leisen Mozartklängen im Hintergrund war nichts zu hören.
„Na, mein Junge, wie läuft das Jurastudium?“, fragte sein Vater.
„Philosophie, Hans, Philosophie“, verbesserte ihn seine Mutter.
„Philosophie? Tatsächlich? Ich dachte immer, es wäre Jura gewesen.“ Alex Vater runzelte die Stirn.
„Nein, Papa“, sagte Alex. „Du hast Jura studiert. Ich habe schon immer gesagt, dass ich kein Jurist werden möchte.“
„Wirklich?“ Alex Vater lehnte sich zurück und sah seinen Sohn an, als hätte er seine Existenz jetzt erst bemerkt. „Als kleiner Junge warst du doch immer so begeistert, wenn ich dich mit in die Kanzlei genommen habe.“
„Ich habe es dort gehasst“, erwiderte Alex. „Ich saß stundenlang an deinem Schreibtisch und durfte nichts sagen, während du mit deinen Klienten gesprochen hast. Ich habe mich nicht mal getraut zu fragen, ob ich aufs Klo darf. Und wenn ich gemeckert habe, hast du mir einen Kugelschreiber in die Hand gedrückt und gesagt, ich soll etwas Schönes malen. Nicht mal Buntstifte hattest du.“
„Ach ja, ich erinnere mich.“ Sein Vater blickte versonnen ins Leere. „Na, so schlimm war’s doch bestimmt nicht. Das waren doch schöne Zeiten als du noch klein warst.“
„Er war aber auch ein süßer Junge“, pflichtet seine Frau ihm bei, während sie das erste Glas Bourbon zum Mund führte, das sie sich immer ab der Mittagszeit gönnte.
Ich hätte mich doch lieber mit Lydia treffen sollen, dachte Alex, während er auf seine Eltern blickte. Seine Mutter war wie immer elegant gekleidet. Die hochgeschlossene Bluse verdeckte ihren faltigen Hals und der Whiskey tat bereits seine Wirkung, denn die sonst so blassen Wangenknochen hatten eine rosige Farbe angenommen. Pikiert sah sie abwechselnd von ihrem Teller zu ihrem Sohn und versuchte sich dann in einer Art Lächeln. Sein dickbäuchiger Vater hingegen verspeiste schmatzend seine Rinderfiletspitzen und schien mit seiner ausufernden körperlichen Präsenz zu verbergen, dass er geistig woanders war – ob bei seiner Arbeit oder seiner Geliebten, wusste man nie.
Alex ließ die Schultern hängen. Er fühlte sich, als wäre er wieder neun Jahre alt. Da war es angenehmer an Lydia zu denken. Ihre weichen Lippen, ihr süßer Duft – eine Mischung aus teurem Parfum und weiblicher Erregung. Alex konnte es förmlich riechen, wenn eine Frau auf ihn stand. Und Lydia war ihm verfallen. Eigentlich war das ja bei fast alle Frauen der Fall, aber bei ihr war es doch anders. Vielleicht lag es daran, dass sie so unglaublich elegant war. Alex hatte sofort gemerkt, dass ihre Kleidung ziemlich teuer war. Zum Essen bestellte sie zuerst eine Hummercremesuppe und danach einen Chateaubriand, die teuersten Sachen auf der Karte. Und das alles mit einer Selbstverständlichkeit, die verriet, dass sie es gewohnt war, immer das Beste zu bekommen. Das imponierte und ängstigte Alex zugleich. Die Hotelrechnung hatte er mit seiner Kreditkarte bezahlt und damit sein Limit für den Rest des Monats erreicht. Und was ihn noch viel mehr beunruhigte: Lydia würde so einen Standard wohl beim nächsten Date wieder erwarten. Aus diesem Grund hatte er sich noch nicht wieder bei ihr gemeldet. Er musste erst zusehen, dass er einigermaßen flüssig wurde. Zu blöd, dass er bei dieser Tempelgeschichte kein Geld bekommen hatte.
„Das erst Mal ist immer eine Art Einführungsritual“, hatte der Kellner ihm an besagtem Abend zugeraunt, während er Alex die Augenbinde abnahm. Zuvor war er mit irgendetwas Flauschigem und scheinbar auch Lebendigem gestreichelt worden, während irgendwer etwas auf Lateinisch intoniert hatte. Jetzt erst erkannte er, dass er sich in einem dunklen Raum befand, der lediglich von ein paar Kerzen beleuchtet war. Um ihn herum standen Leute, die Kapuzen trugen, die an den Ku-Klux-Klan erinnerten. Ein merkwürdiger Abend war das gewesen. Alex hatte keine große Lust, ihn zu wiederholen. Auch wenn diese Verena Pfuhlmann scheinbar ganz begeistert von seiner „männlichen Standhaftigkeit“ gewesen war. Aber als diese Kapuzen-Menschen irgendwann versuchten, Hufeisen auf diese Standhaftigkeit zu werfen, war es ihm zu viel geworden. Nichts gegen Sexorgien und Baby-Öl, aber diese Dinger waren echt zu gefährlich.
„Ich frage mich nur“, unterbrach Alex’ Vater seine Gedanken, „was du genau mit diesem Philosophiestudium anfangen willst.
„Hans!“ Alex’ Mutter massierte ihre Schläfe. Ein Zeichen für eine sich anbahnende Migräne.
„Na, man wird doch mal fragen dürfen, wie sich der einzige Sohn seine Zukunft so vorstellt.“
„Ich weiß nicht, Papa. Nicht jeder plant sein Leben bis zu seinem Tod durch“, antwortete Alex.
„Das sind aber schöne Töne dafür, dass wir dir jeden Monat Geld überweisen müssen“, brummte sein Vater.
„Und dafür soll ich dir dann immer einen Statusbericht abliefern?“ Mal ganz davon abgesehen, dass du ihn im nächsten Monat schon wieder vergessen hast, fügte er in Gedanken hinzu.
„Hört auf damit“, fuhr seine Mutter dazwischen. „Dass man nicht einmal in Ruhe mit euch essen kann.“ Sie schenkte sich noch etwas Bourbon nach.
Mama, deine Pillen wirken nicht, wenn du sie mit Alkohol runterspülst, hätte Alex am liebsten gesagt, ließ es aber bleiben. „Du hast Recht. Ich bin auch nicht gekommen, um zu streiten. Eigentlich wollte ich euch mitteilen, dass es im Studium gerade ganz toll läuft. Ich habe vor Kurzem wieder eine Eins für eine Arbeit über Kierkegaard’s Existenzphilosophie bekommen.“
„Kierkegaard“, brummte sein Vater nun anerkennend. „Guter Mann, dieser Sören. Hast du gewusst, dass man für das Jurastudium auch philosophische Grundkenntnisse braucht?“
„Nein, wirklich?“ Alex versuchte interessiert zu klingen.
„Ja, natürlich, das hängt alles miteinander zusammen. Schon bei den Griechen war …“
„Weißt du, ich glaube, dass das alles unglaublich spannend ist, aber ich wollte auf was anderes hinaus“, sagte Alex, bevor sein Vater Fahrt aufnehmen konnte, um sich in einem stundenlangen Vortrag zu verlieren. „Die Bücher, die ich für die Arbeit kaufen musste, waren unglaublich teuer und auch sonst hatte ich letzten Monat ein paar Zusatzausgaben, darum wollte ich fragen, ob ich etwas extra haben kann?“
Minutenlang war es still im Hause Sachter. Seine Eltern sahen ihn an, als wären sie zwei von Madame Tussauds Wachsfiguren. Irgendwie passend, dachte Alex, so mit Mozart im Hintergrund.
„Ich lege mich hin, meine Migräne meldet sich“, sagte Alex’ Mutter mit einem Mal und stand so schnell auf, als hätte jemand gerade „Feuer“ gerufen. Sie fand nicht mal mehr die Zeit, sich von ihrem Sohn zu verabschieden.
Währenddessen sah Alex’ Vater ihn an, als wäre er Marlon Brando in ‚der Pate‘. „Du kommst in mein Haus, am Hochzeitstag meiner Tochter und bittest mich darum, einen Mord zu begehen?“, hörte Alex die Szene im Geiste und musste sich fast das Lachen verbeißen. Auch wenn die Situation alles andere als witzig war. Ob mein Vater sich besänftigen lässt, wenn ich ihm sage, dass er Ähnlichkeit mit Marlon Brando hat, dachte er, während er beobachtete, wie dieser aufstand und zum Fenster ging.
„Papa“, fing Alex nach einer Weile an. „Jetzt wird es aber dramatisch …“
„Dramatisch?“, wiederholten sein Vater. „Ich sage dir mal, was dramatisch ist: Dramatisch ist, dass wir dir jeden Monat tausende von Euro zukommen lassen, dass du eine Kreditkarte besitzt, die du bis zum Limit ausreizt, dass du alle paar Semester dein Studium oder deinen Berufswunsch wechselst und, dass ich nichts davon merke, dass du in absehbarer Zeit vorhast, dieses Verhalten zu ändern. DAS ist dramatisch.“
„Das heißt also: Du willst mir das Geld nicht geben?“, fragte Alex.
„Deine Mutter hat dich offensichtlich zu sehr verwöhnt“, sagte sein Vater kopfschüttelnd. „Du musst endlich lernen, dass Geld auch Arbeit bedeutet und das kannst du nur, wenn ich dir nicht dauernd welches gebe. Die nächsten Monate ist Schluss damit. Falls du ein Problem damit hast, kannst du gerne aus deinem teuren Loft in Schwabing ausziehen und nach Hause in dein altes Zimmer kommen. Dann habe ich wenigstens ein Auge auf dich. Entscheide dich, aber was immer du auch tust, so wie bisher wird es jedenfalls nicht weitergehen …“
Während sein Vater weiter redete, hörte Alex die Titelmusik des Paten in seinem Kopf und überlegte, was er nun tun sollte. Ohne Geld konnte er Lydia auf kein zweites Date einladen, sie würde mitbekommen, dass er nicht so reich war, wie sie offensichtlich glaubte. Vielleicht würde sie sogar das Interesse an ihm verlieren.
Als Alex eine lange Stunde später vor dem Schlafzimmer stand, um sich von seiner Mutter zu verabschieden, hörte er schon von draußen ihr Schnarchen. Leise öffnete er die Tür. Sein Blick wanderte zu seiner schlafenden Mutter und dann unter das Bett. Trotz seines Reichtums glaubte Alex’ Vater noch immer, dass nur Bargeld sicher war – ein Überbleibsel aus seiner Kindheit. Er wurde nie müde, ihn daran zu erinnern, dass er als Kind so arm war, dass er sich noch nicht mal eigenen Fußballschuhe leisten konnte. So hatte er immer am Spielfeldrand gestanden und darauf gewartete, dass einer seiner Kumpels ihm gnädiger Weise für eine halbe Stunde sein Paar lieh, damit er mitspielen konnte. Diese traumatischen Erfahrungen prägte ihn bis heute. Und so hatte Alex’ Vater unter dem Bett immer einen Schuhkarton mit Geld versteckt.
Dieser Tick war nun Alex’ Rettung. Lautlos betrat er das Zimmer und kroch unter das Bett seiner Eltern. Ohne lange darüber nachzudenken, holte er einen Packen mit mehreren 500er-Scheinen heraus.
Als Alex kurze Zeit später den Kies unter seinen Füßen spürte, der den Vorgarten des Hauses Sachter schmückte, hatte er endlich wieder das Gefühl, Luft zu bekommen.
Sofort zückte er sein Handy und schrieb Lydia.
Wie geht die Geschichte weiter?
Lies gleich weiter und finde es heraus: Kapitel 23 – Loslassen unter Palmen
Was ist Auffällig Unauffällig“?
Neun gescheiterte Persönlichkeiten und ein Mord. Das ist die Ausgangsituation in diesem skurrilen Kriminalroman.
Alle neun Personen treffen an verschiedenen Punkten ihres Lebens zusammen. Alle werden vom Leben ausgepeitscht und scheitern auf so liebenswerte Weise, dass es fast schon auffällig ist. Die Szene-Bar Der Tempel ist ihr Treffpunkt und jeder verdächtig, den Mord an Tempelbesitzerin Verena Pfuhlmann begangen zu haben. Oder war es doch nur ein Unfall?
Auffällig Unauffällig ist ein Gemeinschaftsprojekt der Prosathek. Jede(r) Autor:in hat einen Charakter geschrieben. Alex wurde von Lydia Wünsch verfasst.
Bild von Pixabay.


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