Guinness

von Ina Nádasdy Für »nein« gibt es in der irischen Sprache kein Wort, wie Sie vielleicht schon gemerkt haben, als Sie Iren fragten, ob sie etwas trinken wollten. Advertisements

Wer rettet die Retter?

von Alexander Wachter Der Nanochip in Anniks Hand blinkte. Ein Schimmer unter ihrer Haut, klar erkennbar zwischen Daumen und Zeigefinger. Sie setzte sich auf den Teppichboden, dessen engmaschigen Fasern flachgedrückt waren, und winkelte ihre Beine an. Sie zog sie so fest an ihre Brust, dass ihre Knöchel hervortraten. Cara nannte Annik ein Bibberentchen. Ihr sei…

Natur disconnected

von Arina Molchan Zwei Männer in Tweed stehen im Park und erkennen nichts. Einer von ihnen wird mir später von diesem Moment erzählen und sagen: „Damals, unter der Zeder, haben wir es nicht gesehen“ und „Hätten wir es geahnt, dann …“. Aber noch stehen sie da im Vogelschreiregen und verstehen nicht. Verstehen nicht, warum sich…

Herbstzeit

von Verena Ullmann Um drei Uhr Nachmittag schiebt der Herbst seine Wolken vor. Es ist zu hell, das Licht anzuknipsen, denke ich. Gerade dunkel genug für eine Kerze. Aber ich habe keine hier. Mit dem Klacken des Wasserkochers bläht sich die Stille in meiner Wohnung wieder zu alter Größe auf. In der Tasse warten eingerollte,…

Wärme

von Elias Vorpahl Die blassen, grauweißen Stellen an seinen Füßen waren jetzt rot unterlaufen. Das Blut hatte Blasen gebildet. Er hockte in seinem Zelt im Schnee und wärmte seine Hände an der Flamme der letzten verbliebenen Gaskartusche. Die Hände brauchte er noch. Auf die Füße konnte er verzichten. Er wollte Sarah streicheln, ihre weiche Haut…

Es ist heiß #4 – Deutschlandwetter

von Annika Kemmeter Der Himmel ist eisig. Grauer Wind treibt Regenfussel durch die Luft. Ich sitze auf der Couch, eine Tasse Tee in den steifen Fingern. Das Licht ist trüb und kalt, es schimmert fahl durch die unendliche, triste Wolkendecke. Wo die Sonne steht, lässt sich nicht sagen. Eine Gänsehaut sieht man nicht, es fröstelt…

Unter dem leeren Himmel

von Arina Molchan Heute werde ich mich erinnern, verstehen, was du in deinen letzten Tagen gesehen haben musstest, allein, also warte ich, bis der blaue Zug heranrollt, schnaufend zum Stehen kommt, die Fenster blind in der Sonne, wie damals mit dir in der Kindheit und wie immer ist er leer und ich steige ein, immer…

Die Anderen

von Verena Ullmann Caroline stand vor der verspiegelten Schiebetür ihres Kleiderschranks und überlegte, was sie anziehen sollte. Zuvor hatte sie tagelang darüber nachgedacht, was die Anderen anziehen könnten und sich dann ein bunt gestreiftes Kleid gekauft. Es saß gut. Der Stoff fühlte sich hochwertig an. Aber die Volants am Dekolletee riefen ihr aus dem Spiegel…

„Veto“ oder „Die Fünf Phasen“

von Lydia Wünsch  Es war am Frühstückstisch und einfach so – scheinbar aus dem Nichts – fiel ihm ein, dass er die Beziehung beenden wollte. Gerade hatten wir noch darüber geredet, was wir nachher einkaufen wollen, als er plötzlich einen tiefen Seufzer von sich gab. „Was ist los?“, frage ich ihn und greife nach seiner…