Unser Spanner

Ironischerweise lebte unser Spanner in der Blindenstraße. Dort sah er mehr, als die anderen Menschen.

In einem alten Kleiderschrank

Ein Schrank, zu groß zum Zerhacken. Zu umständlich für den Sperrmüll. Wir haben ihn noch einmal gefüllt, mit geliebten und verdrängten, gefundenen und verlorenen Kleidungsstücken.

Fehlplatziert

Immer wenn ich Lebensmittel in Supermärkten sehe, die offensichtlich am falschen Platz stehen, denke ich mir Geschichten über die Menschen aus, die sie dorthin gestellt haben. Hier sind vier davon.

Enttäuschung

Nur unerfüllte Erwartungen sind hier zu finden. Am besten gar nicht darauf klicken.

Familienbilder

Wenn wir an die alten Menschen unserer Kindheit denken, erinnern wir uns, wie wir auf dem Schoß sitzend mit den Fingern die Adern an ihren Händen entlanggefahren sind, an das Gebiss auf dem Nachttisch und den vertrauten Geruch ihrer Kleider.

Leseprobe: Am Ende bin ich

Aus dem Debütroman: Die meisten Geschichten beginnen am Anfang, meine begann mit Aurora. Wir hatten uns in einem Zugabteil kennengelernt. Der Zug bremste, und ihr Koffer fiel auf meinen Schoß. Sie entschuldigte sich, ich verliebte mich. Da waren ihre Augen, ihre Finger und ihr Lachen, das ich immer und immer wieder hören wollte. Wo sie denn aussteige, fragte ich sie. »In München«, antwortete sie. »Cool, ich auch!« Es knisterte. Beim Aussteigen hatte ich ihre Telefonnummer und sie all meine Gedanken.

Frau Huberta Gneiss

von Alexander Wachter »Warum unterrichtet uns Ziegenauge dieses Jahr nicht mehr, Herr Allmer?« Julians Stimme drang durch das Klassenzimmer. Ich verfolgte neugierig die Reaktion unseres Mathelehrers. Herr Allmer hatte uns verboten, Herrn Ziegauer bei seinem Spitznamen zu nennen. Ein Blick über die Schulter bestätigte meinen Verdacht, dass auch die meisten anderen im Raum gespannt auf…