Leseprobe: Am Ende bin ich

Aus dem Debütroman: Die meisten Geschichten beginnen am Anfang, meine begann mit Aurora. Wir hatten uns in einem Zugabteil kennengelernt. Der Zug bremste, und ihr Koffer fiel auf meinen Schoß. Sie entschuldigte sich, ich verliebte mich. Da waren ihre Augen, ihre Finger und ihr Lachen, das ich immer und immer wieder hören wollte. Wo sie denn aussteige, fragte ich sie. »In München«, antwortete sie. »Cool, ich auch!« Es knisterte. Beim Aussteigen hatte ich ihre Telefonnummer und sie all meine Gedanken.

Ohne mich

Ich versuche zu verstehen, zittere. Du drehst dich um, schläfst. Dein Atem saugt mir die Luft aus den Lungen. „Dann habe ich eben Spaß mit anderen Frauen“, sagst du. „Ich verdiene eine Auszeit von dir.“

Über Stille und dich

Am Ende einer Beziehung möchte man vom Erlebten träumen, befreiter Bahnfahren, nichts mehr hinterfragen – doch ich komme nicht von dir los.

Frau Huberta Gneiss

von Alexander Wachter »Warum unterrichtet uns Ziegenauge dieses Jahr nicht mehr, Herr Allmer?« Julians Stimme drang durch das Klassenzimmer. Ich verfolgte neugierig die Reaktion unseres Mathelehrers. Herr Allmer hatte uns verboten, Herrn Ziegauer bei seinem Spitznamen zu nennen. Ein Blick über die Schulter bestätigte meinen Verdacht, dass auch die meisten anderen im Raum gespannt auf…

Bachata-Rueda

von Alexander Wachter Außer ihr war da nichts: Ein Lollipop-Mund, lockiges, schwarzes Haar, kreisende Hüften und ein Hintern … Sie intensivierte den Druck ihres Zeigefingers auf meinem Handrücken. Als Antwort presste ich meine Hand fester gegen ihr Schulterblatt. Meine Haltung war gekonnt locker. Ich behielt bei aller Euphorie meine Professionalität. Pedros Stimme schallte durch den…

Es ist heiß #1 – Gefüllte Löcher

von Alexander Wachter Nun wartete ich bereits geschlagene zwanzig Minuten auf ihn. Die Kellnerin hatte mir schon einen aufmunternden Blick zugeworfen, der so viel zu heißen schien wie: „Er kommt bestimmt gleich.“ Ich nickte höflich. Hoffentlich wusste sie, wovon sie sprach. Ich hielt das Warten kaum noch aus. Meine Beine wippten unentwegt unter dem Tisch…

Vaterseelenallein

von Alexander Wachter „Papa, jetzt bitte wart‘ doch auf mich!“ Er war so weit entfernt, ich sah ihn beinahe nicht mehr. Mein Rücken schmerzte, genauso wie meine Arme. Meine Hände verkrampften sich und meine Beine wurden immer schwerer. Mit jedem zurückgelegten Meter verstärkte sich das Zittern in meinen Muskeln. Ich versuchte mir klar zu machen, dass…