Getrieben

am

von Ina Nádasdy

Tag ist’s, als er nach Hause eilt. Unruhe jagt und hetzt ihn. Seine Augen tanzen, sie fangen kein Bild. Sein Blut pulsiert, die Adern zu eng. Alles in ihm ist bewegt und getrieben. Das Räderwerk in ihm dreht durch, nichts ist verbunden und alles geht frei.

Dann steht die Zeit wie schwüle Luft. Kein Wind, keine Minute schleicht vorbei. Die Zeit ist betäubt, wie auch er. Er liegt im Bett und nichts bewegt sich, nicht einmal mehr das Holz im Gebälk. Er starrt, erst an die Decke, dann an die weiße Mauer, ehe sich seine Lider senken. Er schläft.

Doch auch im Schlaf, in später Nacht, kehrt seine Feindin zurück. Unruhe treibt ihn. Zuerst die Augen, dann den Rest. Schlaftrunken, aber getrieben läuft er, dann wacher prescht durchs Haus. Kein Ziel ist’s, das ihn lenkt. Bewegung muss es sein! Denn er erträgt das Stillgestandene nicht. Und er muss sich beeilen, ehe die Zeit verrinnt.

Ihm bleibt nicht viel davon, bis ihn die Schwere wieder aufs Bett zieht und daran fesselt. Bis er wieder liegt, unbewegt. Und es bleibt: Nichts.

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