Katzen im Mondschein

von Verena Ullmann

Schwere Katzen warten auf die Sonne. Räkeln sich im Mondschein, wie du dich auf deiner Decke. Kleine Pfützen trinken gierig Regen, als wären sie ambitionierte Kinder der Ozeane. Du fehlst mir wie Toilettenpapier auf dem Rastplatz. Alles ist eklig. Ich will weg. Mich auflösen als Milchschaum in einer Tasse Erinnerungen. Kaffee stinkt nach modrigen Gedanken. Einmal zum Mitnehmen, bitte, in den Urlaub. Im Flugzeug denkt es sich leichtfüßiger. Ohne Horizont lebt man gestresster. Leichte Katzen trinken aus den Pfützen, als wären sie Wasserpumpen der Freiwilligen Feuerwehr. Auf dem Milchschaum meiner modrigen Gedanken zum Mitnehmen treibt eine Rolle Toilettenpapier. Ich verlängere den Urlaub auf dem Rastplatz. Verpasse das Flugzeug. Was interessiert mich der Horizont. Ich denke nicht an dich, nicht an mich, nicht an all das Eklige. Ich will hier bleiben, im Mondschein, und mich auf deiner Decke räkeln. Bis es regnet und wir anfangen uns in einer Pfütze aufzulösen.

(Bild von benjgonzales: http://benjgonzales.deviantart.com/art/)

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